
In den Korallenriffen der Cocos Banderos lässt sich wunderbar schnorcheln. An zwei aufeinander folgenden Tagen verabreden wir uns dann auch mit den anderen Vieren von der Anasira und der Lady Jean zu einem Schnorchelgang. Wir wagen uns ganz schön weit raus und dass obwohl selbst in unserer Ankerbucht zahlreiche kleinere und ein etwa 2m langer Ammenhai um unsere Boote herumschwimmen. Im Internet lesen wir, dass wir für diese Haie nicht zum Beuteschema gehören. Als Katja weit draußen am Außenriff dann auf ein noch größeres Exemplar trifft, beschließt sie trotzdem erst einmal zum Dinghi zurückkehren. Das wäre bei mir nicht anders gewesen.



Re: Andreas Foto vom 2m Ammenhai direkt vom Boot aus
Später auf den Cayos Holandeses und gerade als ich mir vorgenommen habe, mir nicht so viel Gedanken um die Haie zu machen, schwimmt dann ein wahres Prachtexemplar direkt an mir vorbei. Ich bin dann auch erst einmal raus.. .
Wir verbringen noch zwei weitere Tage in der malerischen Ankerbucht von Coco Banderos und machen uns dann auf zu den Cayos Holandeses, die nur 5 Meilen entfernt liegen. Die beiden anderen Yachten fahren direkt zum Ziel. Jochen und ich legen jedoch noch einen Zwischenstopp ein, um das Korallenriff vor einer 2 Meilen entfernten Insel zu erkunden. Wir werden belohnt. Es gibt hier schöne Korallen und viele Fische im klaren Wasser zu sehen.


Zum Abschluss des Tages und in der Bucht der östlich gelegenen Inseln der Cayos Holandeses sicher verankert, verbringen wir noch einen schönen Abend zu sechs bei uns an Board. Jeder bringt etwas mit und wir kochen gemeinsam. So macht es am meisten Freude.









Am nächsten Morgen erkunden wir die größte der bewohnten Inseln. Zwei indigene Frauen in der traditionellen Kleidung und ein Mann kommen uns entgegen und helfen uns die Dinghis an den Strand zu ziehen. Sie bewohnen einfache Hütten, halten sich aber meist am Lagerfeuer sitzend im Freien auf. Sie haben einen kleinen „Verkaufsstand“, Katja bezeichnet diesen als „Regal“ mit frisch geerneteten Papayas, Bananen, Kokussnüssen und Kürbissen. Wir erstehen alles für jeweils einen Dollar. Eine der Frauen klopft uns noch die Kokusnüsse für den direkten Verzehr mit einer Machete am Baumstumpf auf. Ich kann auch hier nur schwerlich nachvollziehen, wie man so schick und sauber gekleidet, eine solch bodenständige Arbeit verrichten kann. Ich glaube, dass ich nach kurzer Zeit nur noch rußbeschmiert herumlaufen würde.
Wir unternehmen einen Inselrundgang und kommen auf der gegenüberliegenden Seite der Insel an der sogenannten Bar an. In dieser Hütte gibt es Bier und andere Alkoholika zu recht moderaten Preisen. Aber wir sind durch unseren vorherigen Großeinkauf in Kolumbien damit gut versorgt. Wir spazieren weiter. Ein Stück des Weges müssen wir uns durch den angeschwemmten Plastikmüll kämpfen, keine angenehme Angelegenheit. Auf vielen der San- Blas- Inseln gibt es eine Seite, an der sich Plastikkram häuft. Müllcontainer haben wir auch noch nirgends gesehen, dafür aber Müllbeutel, die im Meer zwischen den Inseln herum schwimmen. Die Schattenseite unserer modernen Zvilisation, die sich mit einer noch nahezu ursprünglichen Lebensweise offensichtlich nicht verträgt.







Dann wird es aber endlich wieder richt dschungelartig üppig und schön. Am Ende gelangen wir zu einem Restaurant, das auf Pfählen direkt über dem Wasser gebaut ist. Auch hier stamnt alles aus den Naturmaterialien der nahen Umgebung, selbst die Dekoration bestehend aus Stilllebenelementen des Meres. Nur das Dach über uns ist, ist vollgehängt von den verschiedenen Flaggen aus allen Nationen der Segler:innen, die hier schon einmal eingekehrt sind. Der Restaurantbesitzer, ein einheimischer Rückkehrer, der lange Zeit in Panama- City als Chefkoch gearbeitet hat, erzählt uns im entrüsteten Ton von seinen Verwandten und den Indigenen der jüngeren Generation im Allgemeinen, die ihr Land an die Regierung abtreten würden, wenn sie dürften, um nicht arbeiten zu müssen. Das heutige Kuna- Yala- Gebiet werde heute noch durch die ältere Generation geschützt, die vielfältige Gesetze und Regeln zur Bewahrung der uralten Kultur und der Ländereien aufgestellt haben und bei Missachtung streng verfolgen. So ist beispielsweise der Goldabbau in den Flüssen und Bergen untersagt, weil die Geschichte des Landes gezeigt hat, dass dieser nur Unglück über das Volk gebracht hat.Der Restaurantbesitzer macht sich ernsthaft Sorgen um den Verfall der Kuna- Yala- Kultur. Er selbst vertrete die Überzeugung, dass Entwicklung und Erhaltung der traditionellen Kultur sich gegenseitig befruchten können und sein Restaurant sei das beste Beispiel dafür. Und tatsächlich genieße ich mein Kokoswasser unter dem Palmendach mit Aussicht auf das Meer ganz besonders und denke, dass ein gut durchdachter Ökotourismus für alle Beteiligten (und einschließlich der Natur) nützlich und gewinnbringend sein kann.
Wir beschließen, am nächsten Abend noch einmal wieder zu kommen, um hier am Abend essen zu gehen. Vor unserer Rückfahrt zu unseren Booten erstehen wir von den beiden indigenen Frauen noch jeweils eine Kuna- Yala- Gastlandflagge. Noch am gleichen Tag fährt ein „Versorgungsboot“ alle Boote an. Die Preise sind der Horror: 12 Dollar für ein Kilo Kartoffeln, Rotkohl Tomaten oder anderes Gemüse. Lediglich die Ananas ist erstaunlich preiswert, weshalb wir gleich zwei für insgesamt 5 Dollar erwerben.




Unten: Das Boot vom Congresso verlässt die Ankerbucht
Zudem macht ein Motorboot mit den Abgeordneten des überregionalen „Congresso“ bei sämtlichen Booten fest, um die zweite ( aus unserer Sicht nicht legalen) Einklarierungsgebühr für das Kuna- Yala- Gebiet (um die 100 Dollar, varriert je nach Bootsgröße) einzutreiben. Wir haben Glück, da wir zu der Zeit gerade mit unserem Dinghi zum Schnorcheln unterwegs sind.
Das Essen für 20 Euro pro Person am nächsten Abend ist nicht gerade günstig für die Region, bietet aber neben der Hauptspeies eine besonders leckere Vorspeise sowie einen vortrefflichen Nachtisch nebst Getränk nach Wahl. Leider wird unser Restaurantbesuch überschattet von heftigen Windboen mit Starkregen. Es tropft und pfeift durch die Hütte, aber schlimmer noch ist die Sorge, ob die Anker standhalten werden (was sie im Normalfall tun). Nach einer Stunde lässt der Regen nach und wir fahren mit unseren Taschenlampen durch die Dunkelheit zurück zu unseren Schiffen. Alles gut gegangen. Schade war es nur um den vom Wetter stark beeinträchtigten Abend.



Am nächsten Tag verabschieden wir uns von den anderen Vieren und fahren in eine ganz einsam gelegene Buchh namens Ednadup. Hier gibt es nichts als zwei uns umgebende unbewohnte Palmeninseln und ein Korallenriff, dass uns vor Wellengang schützt. Die Aussicht auch auf das offene Meer ist herrlich. Wir fühlen uns so frei, dass wir nackt herumzulaufen wagen. Zum Glück entdecke ich irgendwann in der Ferne noch rechtzeitig ein direkt auf uns zufahrendes Kanu Es ist der indegine Transvestit Mola Lisa mit ihrer Mutter in tradioneller Tracht an Board. Wie der Name verrät, verkauft Mola Lisa selbstgestickte Molas, aber auch bestickte Taschen und Flaschenhalter. Sie ist mittlerweile eine regionale Berühmtheit und wird auch in unserem Reiseführer erwähnt. Ihre Stickereien sind sehr fein gearbeitet, sodass ich mich dafür entscheide, eine weitere Mola als späteren Kissenbezug zu erstehen. Es ist auch immer schön mit anzusehen, wie fröhlich die Einheimischen hier auf ihre erfolgreichen Verkäufe reagieren und über das ganze Gesicht zu strahlen beginnen. Das ist dann das eigentliche Geschenk…



Aber schon witzig, dass wir selbst im entlegensten Winkel noch von Mola-Verkäufern aufgespürt werden. Im Laufe des Tages fahren noch zwei Fischerboote an uns vorbei, grüßen freundlich, aber sprechen uns nicht weiter an.
Wir verbringen noch einen weiteren halben Tag in der Ankerbucht und segeln dann weiter zu den uns bekannten Cocos Banderos. Hier sind wir mit Angelika und John verabredet, die einige Tage nach uns von Cartagena zu den San- Blas- Inseln gestartet sind.
Aber zu unserer Enttäuschung erhalten wir kurz nach unserer Ankunft die Nachricht, dass sie sich aufgrund des Gegenwindes erst einige Tage später zum Treffpunkt aufmachen können. So lange wollen wir aber nicht in dieser Bucht verweilen. Sie ist nicht sehr gut vor dem immer kräftiger blasenden Wind geschützt, sodass wir schon am nächsten Tag zurück zu den Cayos Holandeses zurückkehren.


Den Regentag in den Cocos Banderos und das erstaunlich schnelle Internet dieser Gegend mit seinen unbewohnten Inseln nutze ich aus, um an unseren Berichten weiter zu arbeiten und diese am Ende erfolgreich ins Netz zu stellen. So sage ich nun: „Viel Spaß beim Lesen und Schauen der Bilder!“
Liebe Anja, lieber Jochen
vielen Dank für die schönen Fotos und die Einsicht in eure Reiseerlebnisse.
Hier gab es vor einigen Tagen den ersten Schnee, welcher wahrscheinlich zügig wieder verschwinden wird. Die Nachbarskinder freuen sich sehr über den Schnee und zusammen mit der Mutter, haben sie unseren Schneehaufen gleich in Ihren Garten transferiert.
Viele Grüße,
Bettina u. Hans
Liebe Bettina, lieber Hans!
Vielen Dank für euer liebes Feedback!
Wir wünschen euch nun ein schönes Weihnachtsfest und das am Besten auch weiterhin mit viel Schnee ! Liebe Grüße Anja und Jochen